
DER TROLL
Ich dachte, er versteckt sich hinter einem Computerbildschirm. Doch dann forderte er mich auf, aus dem Fenster zu schauen.
BUCHBESCHREIBUNG
Hast du in letzter Zeit in den Spiegel geschaut?
Zuerst rede ich mir ein, die Kommentare seien egal. Sie sind zwar gemein, persönlich und verletzend, aber es sind ja nur Worte auf einem Bildschirm. Alle raten mir dasselbe: Ignoriere den Troll. Also ignoriere ich ihn.
Hat dir jemals jemand gesagt, wie hässlich du bist?
Die Kommentare kommen erst täglich, dann stündlich. Meine Freunde nennen ihn einen Feigling. Meine Familie meint, ich solle ihn blockieren, aber das habe ich schon versucht, und er meldet sich immer wieder. Jemand rät mir sogar, erst mal offline zu gehen, bis sich die Lage beruhigt hat.
Aber ich kann es nicht. Mein Job hängt davon ab, gesehen zu werden. Erst jetzt frage ich mich langsam, wer mich eigentlich sieht.
Kein Wunder, dass du Single bist.
Ich bin wie gelähmt, als ich das lese. Ich habe nie gesagt, dass ich Single bin, weder online noch sonst irgendwo. Woher weiß er das also? Trotzdem rede ich mir immer wieder ein, dass er mir von seinem Bildschirm aus nichts anhaben kann. Bis die nächste Nachricht kommt.
Schau aus dem Fenster.
Und plötzlich ist es keine Option mehr, ihn zu ignorieren.
Ein verschlungener und beklemmender Psychothriller über einen anonymen und gesichtslosen Online-Troll, der zum Stalker im realen Leben wird – in dem niemandem zu trauen ist.
